Seit Beginn des Monats befinde ich mich im Autoren-Sommer-Bootcamp. Online, nur damit wir uns richtig verstehen. Tanja Rörsch und Alice Högner haben es sich zum Ziel gemacht, uns dort innerhalb von acht Wochen auf unser eigenes Autorenbusiness vorzubereiten. Falls jetzt die Frage aufkommt, warum ich denn überhaupt teilnehme und das Geld investiere, gibt es darauf eine ganz simple Antwort:

Man lernt nie aus. Und wenn ich eines gelernt habe, dann ist es, dass man in seine eigene Bildung investieren und niemals auf einer Stelle treten sollte. Außerdem bin ich ja nicht nur Verlagsautorin, sondern auch Selfpublisherin und habe das Ziel, irgendwann vom Schreiben zu leben. Der Weg dorthin ist sicher steinig, lang und unbequem. Da kommt es mir gerade recht, wenn ich innerhalb von acht Wochen soweit geschult werde, dass ich mich zumindest besser vorbereitet fühle auf das, was mit diesem Wunsch einhergeht. Selbstzweifel, harte Arbeit und sicherlich auch ein kleiner (oder großer) Kampf mit den Leuten, die ich überzeugen muss, dass ich schreiben kann. Dass es sich lohnt, meine Bücher zu lesen.

Wir alle können uns selbst aussuchen, welchen Kampf wir ausfechten wollen – und vor allem auch wann. Also habe ich mir im Rahmen des Autoren-Bootcamps eine Liste zusammengeschrieben mit all den Zielen, die ich irgendwann erreichen möchte. Manche davon liegen außerhalb des Kreises, indem ich persönlich etwas Bestimmtes dafür tun kann. Andere hingegen nicht. Beispielsweise der Punkt, dass ich mal eines meiner Bücher in einer Buchhandlung sehen möchte. Denn das ist der Traum eines jeden Autors, nicht wahr?

Ich habe mich also hingesetzt und eine Liste mit Buchhandlungen erstellt, die sich in meiner Nähe befinden und außerdem einen Aufruf an meine Follower abgesetzt. Wo möchtest Du meine Bücher mal in „freier Wildbahn“ sehen? So lautete die simple Fragestellung. Tatsächlich erhielt ich auch ein paar Antworten und coole Tipps. Die angesprochenen Buchhandlungen kamen zusätzlich auf meine Liste, auf der sich anschließend rund 25 Buchhandlungen befanden.

Mir ging es bei der ganzen Aktion vor allem um mein letztes Buch, Tigerstreifenhimmel, und darum, dass es ein noch größeres Publikum erreicht. Ich bereitete also einen sogenannten „Waschzettel“ für die Buchhandlungen vor, mit allen Informationen, eine Leseprobe und Bildmaterial. Dann suchte ich die Kontakte heraus und schickte alles ab.

Und wartete.

Lange.

Von 25 angeschriebenen Buchhandlungen meldeten sich bisher 3 zurück. Einmal Hugendubel mit einer generellen Absage, eine Buchhandlung schrieb mir, dass sie gerade nicht die nötige Zeit zur Begutachtung der Unterlagen aufbringen können, sich aber nach der stressigen Phase nochmal melden und dann war da noch die Buchhandlung Rupprecht in Bad Mergentheim, mit der ich einen tollen Kontakt hatte.

Die Buchhändlerin schrieb nämlich, dass sie sich mein erstes Buch, Someone for you, gerne ansieht und auch mit ins Programm aufnimmt. Das hat mich einerseits furchtbar gefreut, andererseits war ich auch etwas enttäuscht, dass für Tigerstreifenhimmel offenbar keine Chance bestand. Trotzdem war und bin ich unglaublich dankbar für diese Chance – und habe direkt geantwortet, wie viel mir das bedeutet und dass ich mich über ein Foto freuen würde, wenn mein Buch dann tatsächlich ausgestellt wird.

Und weißt Du was? Ich hab definitiv nicht damit gerechnet, dass es SO COOL wird. Da ist nicht nur ein Plakat, dass den Lesern sagt, dass es von einer Autorin aus der Region stammt, sondern – wie Du selbst siehst – ein ganzer Haufen meiner Bücher ausgestellt.

Trotz der ernüchternden Bilanz, das 22 Buchhandlungen bisher nicht mal eine freundliche Absage verschickt haben, war das der eine geniale Erfolg, den ich unbedingt gebraucht habe. Es ist ein Meilenstein. Ein Beweis dafür, dass ich nicht umsonst an meinem Schreibtisch sitze und mir die Finger wund tippe. Es sagt mir, dass ich dranbleiben muss, um weitere dieser genialen Meilensteine zu erzielen.

Und übrigens – das erste Bild zeigt Tigerstreifenhimmel in einer anderen Buchhandlung. In einer, die ich nicht selbst angeschrieben habe. Eine Leserin/Buchhändlerin hat meinen Aufruf auf Instagram gesehen und einfach so ein Exemplar bestellt und es ausgestellt.  Irgendwann hatte ich dann eine Benachrichtigung auf dem Handy, dass mich eine Buchhandlung aus Eutin in einem Beitrag markiert hätte.

Ohne Scheiß, mein Herz ist für eine Millisekunde stehen geblieben. Und nochmal, als ich dann Instagram öffnete und sah, dass mein Selfpublisherbuch, das Buchbaby, dass mir so sehr ans Herz gewachsen ist wegen all der tollen Rückmeldungen, wirklich in einer echten Buchhandlung stehen soll. Ich glaube, das war nochmal ein ganz eigener Meilenstein und vor allem auch ein Anreiz, auch zukünftig Bücher selbst herauszubringen.


Dieser Text enthält Werbung, da die Buchhandlung, in der mein Buch steht, namentlich genannt wurde.
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